Hiltersdorf – selbst als Bahnreisender wird man mit diesem Ortsnamen nur wenig anfangen können. Zu schnell huschen Signale und Empfangsgebäude am Zugfenster vorbei, wenn der RE den Streckenabschnitt Amberg – Schwandorf in Rekordzeit zurücklegt. Das etwa 400 Einwohner zählende und zur Gemeinde Freudenberg gehörende Örtchen erhielt im Mai 1878 erstmals einen Bahnhof. Im Zuge des Streckenausbaus bekam Hiltersdorf in den Jahren 1938-1940 ein neues Empfangsgebäude, ein neues Stellwerksgebäude, sowie neue Stellwerkstechnik, die bis heute (Stand 2026) in Betrieb ist. Drei Hauptgleise sowie einige Nebengleise umfaßte der Bahnhof damals. Am 2. Juni 1985 hielt der letzte Reisezug. Seitdem ist Hiltersdorf ein reiner Betriebsbahnhof, bestehend aus durchgehendem Hauptgleis und Kreuzungsgleis. Die beiden Stellwerke sind die meiste Zeit „durchgeschaltet“, das heißt, unbesetzt, während die Signale für beide Richtungen ständig auf Fahrt stehen. Nur wenige Stunden im Monat – meist zu Wartungszwecken – kehrt Leben in die verstaubten Räume ein und man vernimmt das Klappern der alten Stellwerkstechnik.

Der Bahnhof, gelegen in km 73,7 der Strecke Nürnberg – Irrenlohe (- Schwandorf), hat viel seiner Ursprünglichkeit bewahrt und bietet deshalb zahlreiche Fotomotive zu jeder Tageszeit. Einige davon habe ich im März und April 2026 umgesetzt und hier zusammengestellt. Viel Spaß damit!

Schon bald wird die Idylle ein Ende haben. Die Planungen für einen ESTW-Neubau laufen. Im Zuge dessen wird die alte Eisenbahn-Romantik verschwinden. Für den Betriebsablauf wird die Modernisierung jedoch ein dicker Pluspunkt: Kreuzungen in Hiltersdorf sind dann endlich ohne zusätzlichen Personalaufwand zur Besetzung der alten Stellwerke jederzeit möglich.


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