Während in Deutschland noch an vielen Orten Formsignale klappern, geht ihre Zeit in Österreich dem Ende entgegen: Nur noch an der gut 40km langen Inneren Aspangbahn von Wien nach Felixdorf (und weiter nach Wiener Neustadt) gibt es mit den Bahnhöfen Traiskirchen Aspangbahn und Tattendorf zwei Betriebsstellen mit dieser Signaltechnik. Doch die Modernisierungsarbeiten haben bereits begonnen. Bald werden neue Stellwerke und Bahnsteige die verträumte Strecke aufwerten und endlich den (derzeit aufgrund fehlender Sicherungstechnik notwendigen) Umsteigezwang in Traiskirchen beenden. Der gesamte Personenverkehr wird im Stundentakt mit Triebwagen der Reihe 5047 abgewickelt. Man mag sich wundern, daß diese kleinen Fahrzeuge zwischen den bedeutenden Städten Wien und Wiener Neustadt reichen? Nun, die Innere Aspangbahn ist nur einer von mehreren Schienenverkehrswegen in diesem Bereich. In einem gewissen Abstand parallel führen die Südbahn und die Pottendorfer Linie, beide elektrifiziert, zusätzlich betreiben die Wiener Lokalbahnen zwischen Wien, Traiskirchen und Baden die Badner Bahn im dichten Takt. Vermutlich auch aufgrund dieser Streckendichte ist unsere Strecke bei sämtlichen Ausbauten und Modernisierungen bisher gewissermaßen „vergessen“ worden.
Die wenig spektakuläre Landschaft haben mich bei meiner mehrtägigen Fototour Ende April / Anfang Mai 2026 hauptsächlich auf die Stationen konzentrieren lassen. Aus diesem Grund möchte ich die Aufnahmen diesmal auch nicht in chronologischer Reihenfolge zeigen, sondern den Streckenverlauf abbilden.
- Die Reise beginnt im Bahnhof Laxenburg-Biedermannsdorf, der zwar schon über Lichtsignale, jedoch trotzdem noch über alte Stellwerkstechnik in einem der für die Strecke typischen „Gartenhäuschen“ nebem dem Aufnahmsgebäude verfügt.
- In die andere Richtung kommt das Gartenhäuschen besonders gut zur Geltung.
- In Traiskirchen Aspangbahn stehen noch die gewünschten Formsignale. Das nördliche Gruppenausfahrsignal passiert hier gerade 5047 058.
- Aufgrund fehlender Sicherungstechnik gibt es auf der Strecke keine durchgehenden Reisezüge: In Traiskirchen muß umgestiegen werden. Somit zeigt das Bild keine Zugkreuzung, sondern zwei wendende Züge.
- In den Vormittagsstunden gibt es sogar noch Güterverkehr!
- Beim Blick auf das südliche Ausfahrsignal von hinten läßt sich gut erkennen, wie die ursprünglichen Signalflügel der k.k. Staatsbahnen zu Zeiten des „Dritten Reichs“ an die preußischen Formsignalflügel angepaßt wurden.
- Idyllisch wirkt noch die Betriebsstelle (Haltestelle?) Trumau. Auch hier sollen bei der Modernisierung neue Bahnsteige entstehen.
- Der folgende Bahnhof Tattendorf ist ein richtiges Kleinod. Zur Szenerie gehören neben dem schönen Aufnahmsgebäude und dem Stellwerks-„Gartenhäuschen“ auch ein Wasserturm und ein Wasserkran. Mit 5047 010 ist hier ein Triebwagen mit Grundfarbe beige zu sehen.
- Das südliche Gruppenausfahrsignal von Tattendorf steht zumindest für deutsche Augen ungewöhnlich erst hinter dem im Bahnhof befindlichen Bahnübergang.
- Ein paar Meter weiter macht dann auch das Einfahrsignal eine gute Figur.
- Und schließlich gibt es hier sogar noch ein richtiges Formvorsignal (m.W. das letzte an der Strecke!), welches sich wahlweise zusammen mit den hier typischen Weinreben…
- … oder eben als Teleschuß bildfüllender umsetzen läßt.
Bereits zu meinem Besuch hatten die Bauarbeiten für die neuen Stellwerke begonnen. Ich denke, daß zum Erscheinungszeitpunkt dieses Beitrags das eine oder andere Motiv wohl schon nicht mehr möglich sein wird.












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